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Susanne Graue: Von Bremen nach München

Ich freue mich immer ganz besonders, wenn ich einen Interviewgast mit einem spannenden und abwechslungsreichen Lebenslauf habe – wahrscheinlich weil ich mir dann immer sagen kann: Na siehste, andere sind genauso umtriebig und unstet wie du!

Bei Susanne Graue ist dies der Fall: sie wurde im Ruhrgebiet geboren, ist in München aufgewachsen, war ein Jahr lang in Edinburgh, um dann in Bremen Lehramt für Deutsch und Geschichte zu studieren. Bereits zu dieser Zeit zog es sie in die Moderichtung, da sie bereits während ihres Studiums in Boutiquen gejobbt hat.

 

H.B.: Susanne, schön dass es nach all den Wochen, wo wir versucht haben zueinander zu finden, endlich geklappt hat. Obwohl Du ausgebildete Lerntherapeutin bist, hat es dich immer zur Mode hingezogen, weshalb Du später dann auch eine Firma für Accessoires gegründet hast. Wie kam es zu dieser Idee?

S.G.: Danke liebe Valeska, ich freue mich auch, mich endlich mit dir austauschen zu können!

Nachdem unsere Kinder die Schule gewechselt hatten und ich dort meine Tätigkeit als Lerntherapeutin aufgegeben hatte, stand eine Neuorientierung an. Ich wollte gerne weiterhin selbstständig sein, endlich wieder meiner Leidenschaft für den Verkauf nachkommen und etwas mit Mode/Lifestyle zu tun haben.

Eine Freundin von mir war auch in einer Umbruchssituation, dazu eine sehr kreative und begabte Textilkünstlerin, also taten wir uns zusammen. Unser Steckenpferd waren besonders kunstvolle Schals – und Einstecktücher.

Wer mich kennt weiß, dass ich sehr gerne Jeans und Blazer trage. Ein Einstecktuch ist für mich bei Männern Ausdruck höchster Eleganz. Und ich finde, Frauen steht es nicht minder.

Kurzum, wir starteten enthusiastisch und mit Elan. Nach zwei Jahren stieg ich wieder aus der Firma aus. Ich hatte bei aller Freude am Neuanfang dennoch nicht auf die eine kleine Ecke meiner inneren Stimme gelauscht, welche sich immer vehementer bemerkbar machte: meine Sehnsucht nach München. Das Projekt konnte mir gar nicht gelingen, weil ich an dem Ort, wo ich lebte, nicht glücklich war.

Der finanzielle und emotionale Verlust, den ich dabei erlitten habe, sollte für mich ein Lehrstück sein, wirklich auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Jetzt bin ich wieder in München – und trotz aller Hürden, die das Leben eben so bietet – happy!

Reisen

Alles gut verpackt: Susanne ganz lässig auf Reisen

 

H.B.: Du hilfst einer befreundeten Schmuckdesignerin bei der Vermarktung ihres Labels Scarabina. Was ist das Besondere an diesem Schmuck und wie sieht die typische Trägerin aus?

S.G.: Sabine v. Waldthausen, die Inhaberin und Designerin von Scarabina und ich sind uns sprichwörtlich mit unseren Hunden auf dem Acker über den Weg gelaufen. Sowohl die Hundedamen als auch uns Frauen verband bald eine enge Freundschaft. Sabine neben meiner Festanstellung bei ihrem Business zu unterstützen, fühlt sich nicht wie Arbeit, sondern wie ein Vergnügen an, da der Scarabina-Style genau dem meinen entspricht.

 

Bella

 Susannes Hündin Bella

 

Die typische Trägerin ist eine mitten im Leben stehende Frau, modebewusst, ohne jedoch jedem Trend hinterherlaufen zu müssen. Sie ist gleichzeitig modern und kennt die Trends, bleibt sich und ihrem individuellen Style jedoch treu. Sie ist vielseitig in ihren Ansichten, offen für die Welt, stilbewusst, und hebt sich durch ihre Individualität von der Masse ab. Sie schätzt die hochwertige und doch bezahlbare Qualtität der Scarabina Schmuckstücke, welche aus Materialien wie Halbedelsteinen, Perlen, Gold- und Silberelementen gefertigt werden.

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Das Schöne dabei ist, dass wir solche Frauen sind und uns nicht für das Business verstellen müssen! Wir gehen mit Leidenschaft, Neugier und einer positiven Grundeinstellung durchs Leben und nehmen dieses mit all seinen Hürden, Herausforderungen, aber auch Wundern und Schönheiten als ein Geschenk an.

Iris Apfel sprach die Wahrheit, als sie sagte:

»If your hair is done properly and you’re wearing good shoes, you can get away with anything.«

Und das gilt natürlich auch für schönen Schmuck!

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H.B.: Wowsa, in der Beschreibung erkenne ich mich sofort wieder – ich melde mich direkt mal als Testimonial bei Euch an. Und Iris Apfel muss man ja einfach toll finden!

Aber kommen wir zur nächsten Frage: Während ich meine Haare jeden Morgen glätte – mal mehr und mal weniger erfolgreich –, bewundere ich auf Deinen Fotos immer, wie nonchalantly Du mit Deiner Naturwelle umgehst. Entspricht dies einem Sich-gefunden-haben, also ruhst Du heutzutage mehr in Dir selber als noch vor Jahren?

 

S.G.: Danke Valeska für das nette Kompliment! Allerdings halte ich es auf den Social Media Kanälen fast wie jeder andere Mensch auch: ich poste nur die vorteilhaften Fotos, haha!

 

Mit Sicherheit hat ein guter Look auch mit einem guten Selbstwertgefühl zu tun. Und ja, ich ruhe viel mehr in mir, seitdem ich meinem Bauchgefühl folge. Aber auch ich muss zumindest ein kleines bisschen Mühe aufbringen, damit die Haare sitzen.

Ich verwende nicht furchtbar viel Zeit auf das Haarstyling, was schlicht und einfach dem Umstand geschuldet ist, dass dies bei solchen Locken gar nicht geht. Außer man glättet sie, dann steht viel Arbeit ins Haus und das ist mir zum einen zu lästig, zum anderen liebe ich meine Locken inzwischen. (Anfang der 80er war ich ein Fan von der Serie „3 Engel für Charlie“ und hätte mein Leben gegeben, hätte ich so eine sensationelle Fönwelle wie Farah Fawcett haben können…!)

Sehr wichtig ist allerdings die Pflege. Meine Friseurin in München hat mir die hochwertige italienische Firma Davines empfohlen, welche (leider nicht ganz preisgünstig) zu 100 % aus regenerativen Energien ihre Produkte herstellt und so weit es geht mit biologischen Rohstoffen arbeitet.

Ich verwende ein sehr reichhaltiges olivenölhaltiges Shampoo und einen ebensolchen Conditioner. In das handtuchtrockene Haar gebe ich dann ein bisschen Pflegeemulsion, damit die Locken schön definiert werden und zum Abschluss sprühe ich ein Saltspray auf, welches eigentlich für den Ibiza-/Out-Of-Bed-/Beachlook gedacht ist. Es gibt meinen Haaren Festigkeit ohne zu beschweren. Dann föhne ich und muss trotz aller Mühen jedes Mal damit leben, dass sich die Locken eben locken wie sie wollen…! Und wenn sie das konträr zu meiner Vorstellung tun, hilft nur noch das gute alte Haargummi…

Da ich darüber hinaus meine, aufgrund genetischer Disposition, sehr früh ergrauten Haare (danke Papa und Mama…) seit ich 33 bin färben muss, ist die Pflege umso wichtiger geworden. Hier bin ich für den Tipp meiner Friseurin unendlich dankbar, jede zweite Haarwäsche nur Conditioner zu verwenden. Ich habe kaum noch mit trockenen und splissigen Haaren zu tun, was früher der Regelfall war.

Allerdings habe ich auch konsequent von meinem jahrelangen Traum Abstand genommen, lange Haare tragen zu wollen. Da mein Gesicht länglich und eher konturenlos, also ohne hervorstehende Wangenknochen oder Kinnpartie, ist, sahen lange Haare – genau – langweilig aus und die Locken kringelten sich anstandshalber noch ein wenig in den Spitzen … Nun werden sie regelmäßig geschnitten, was ihnen sehr gut bekommt. Und mir auch!

 

Locken

 

H.B.: Du bist damals mit Deiner Familie von Bremen nach München gezogen, wo Du auch heute noch lebst. Konntest Du feststellen, dass die Bremerin einen anderen Stil hat als die Münchnerin und spiegelt sich das auch in einer unterschiedlichen Lebensphilosophie wider? Hat sich Dein Leben im Süden der Republik auch geändert?

 

S.G.: Definitiv! Während in München ein fast schon südländischer Lifestyle vorherrscht, d.h. dass die Menschen großen Wert auf ihr Äußeres legen und dabei auch manchmal nicht vor Übertreibungen zurückscheuen, pflegt und hegt die Bremerin das Gegenteil. Übertreibungen sind in Bremen verpönt, frau kleidet sich vornehm-zurückhaltend, in meinen Augen langweilig. Oder betont Ich-lege-keinen-Wert-auf-Äußerlichkeiten-ich-trage-meine-inneren-Werte. Und wenn wir schon mit den Klischees spielen: Der Bremer ist ein Langeweiler und Besserwisser, während der Münchener manchmal vor lauter Posing vergisst, dass die Labels allein keinen Style ausmachen. Die jungen Bremer sind eher in Richtung Berlin orientiert, lässiger Hippster Style ist Pflicht. Die jungen Münchner kleiden sich quer durch die Bank: den Look der schwedischen Kette, Skater-Style oder der Dandy-Look, alles ist vertreten. Die jungen, wohlhabenden Hanseaten tun es ihren Eltern gleich, denken und kleiden sich wertkonservativ, während ihre Münchener Altersgenossen die Chanel Tasche tragen als wäre es der Jutebeutel aus dem Discounter.

München ist eine Stadt mit Gegensätzen: traditionell und modern, bayrisch-gemütlich und großstädtisch-laut. Hier leben Menschen, denen es so schlecht geht wie anderso in der Republik auch. Und Menschen, die so selbstverständlich wohlhabend sind, wie man es anderswo eher selten sieht und dies auch ohne Scheu zeigen.

München ist ein bisschen Show und Theater. Und das gefällt mir. Der Münchner ist kontaktfreudig, besonders der selbstverständliche Austausch der Generationen untereinander ist etwas, das mir auch noch knapp 3 Jahre nach unserem Umzug immer wieder positiv auffällt. Nicht zu vergessen die geradezu italienische Lebensfreude – es wird am laufenden Meter gegessen, getrunken und gefeiert. Und noch etwas ist hier italienisch: die Männer flirten auf charmante oder kernig-bayrische Art und Weise. Und hören erst damit auf, wenn sie in die Kiste sinken …

Enjoy

Als wir hierherzogen, machte ich mir Gedanken und Sorgen, wie es meinem waschechten urbremischen Mann wohl in Bayern und vor allem mit den Bayern ergehen würde! Während ich mir meiner Sache in punkto neuer Kontaktaufnahmen sehr sicher war, musste ich zu meinem großen Erstaunen feststellen, dass mein Mann von Tag 1 an überhaupt nicht fremdelte und sofort die besten Kontakte zu den bayrischen Urgesteinen herstellte! Woran es lag?

Der echte Bremer und der echte Münchner haben zwei große Gemeinsamkeiten: sie granteln unentwegt und reden nur das Notwendigste. Das verbindet!

 

Danke, liebe Valeska, dass ich deine Interviewpartnerin sein durfte.

 

Sehen Sie mehr unter:

 

https://www.schmuckdesign-scarabina.de

 

https://www.facebook.com/susanne.graue?fref=ts

 

Categories: Haar-Tipps, Interview

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